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Apostelandacht am zu Albrecht Goes

Apostelandacht am zu Albrecht Goes, gehalten am 25. September 2011

„Jeder Tag ist ein neuer Versuch Gottes mit uns.“

Abrecht Goes wurde im Jahre 1908 im evangelischen Pfarrhaus in Langenbeutingen geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Nach dem frühen Tod seiner Mutter kam er 1915 zur Großmutter nach Berlin-Steglitz, wo er bis 1919 das Gymnasium besuchte.

Von 1922 bis 1926 besuchte er verschiedene theologische Seminare und legte das württembergische Saatsexamen ab.

Anschließend studierte er zunächst Germanistik und Geschichte, später Theologie in Tübingen und Berlin.

1930 wurde er in der Tuttlinger Stadtkirche von seinem Vater ordiniert und trat 1933 seine erste Pfarrstelle an. Im selben Jahr heiratete er und wurde in der folgenden Zeit Vater von 3 Töchtern.

Im Jahre 1938 übernahm er eine Pfarrstelle  in Gebersheim nahe Stuttgart.

1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen, zum Funker ausgebildet und zunächst in Rumänien eingesetzt.

Nach einem Lehrgang zum Wehrmachtspfarrer war er von 1942 bis 1945 als Geistlicher in Lazaretten und Gefängnissen in Russland, Ungarn und Österreich tätig. In dieser Zeit vertrat ihn seine Frau Elisabeth in vielen Arbeitsfeldern in seiner Heimatgemeinde in Gebersheim. Gegen Ende des Krieges versteckte sie im Pfarrhaus etliche Juden und bewahrte sie damit vor der Deportation ins KZ. Sie wusste genau, dass sie sich und ihre drei Töchter damit in größte Gefahr brachte; tat es aber dennoch, weil ihre Nächstenliebe größer war als ihre Angst. Viele Gemeindeglieder wussten von den Versteckten und halfen ihr auch bei deren Versorgung. Niemand verriet sie an die Gestapo.

Nach dem Krieg war Albrecht Goes wieder Pfarrer in Gebersheim, bis er 1953 ausschied und von da an als freier Schriftsteller wirkte. Er predigte weiterhin zweimal im Monat bis zu seinem 65. Lebensjahr.

Außerdem engagierte er sich gegen die Wiederaufrüstung Deutschlands, arbeitete dabei eng mit Gustav Heinemann zusammen.

Bereits 1932 erschien sein erster Gedichtband, 1934 der zweite.

In seiner Lyrik, aber auch im erzählerischen Werk blieb das kleine Dorf Gebersheim, die schwäbische Provinz unverwechselbar gegenwärtig. Er malt das dörfliche Leben mit kräftigen Farben aus: die bäuerliche Arbeit im Rhythmus der Jahreszeiten, die Sorge der Frau für Hof und Familie, den unaufhörlichen Wechsel von Geburt und Tod, aber ebenso die rustikal-beschwingte Heiterkeit des Alltags und das Zutrauen in die Wohlgeordnetheit des Daseins. Er beschreibt die typischen Tätigkeiten des Landpfarrers, zu der das regelmäßige Läuten der Kirchenglocken erklingt:

Komm in diesem Glockensegen,
Herr, uns allen du entgegen,
Dass wir geh’n in deiner Gnad,
Eh der finstre Abend naht.

Tu dein Licht zu unsren Händen,
Dass wir treu das Werk vollenden,
Bis du, der du ewig wachst,
Bei uns allen Abend machst.

1950 veröffentlichte er die Erzählung „Unruhige Nacht“, die ein Welterfolg wurde.

Er beschreibt darin die Ereignisse eines Abends und einer Nacht im Oktober 1942 in dem von den Deutschen besetzten Proskurow in der Ukraine. Der Ich-Erzähler wird als evangelischer „Kriegspfarrer“ der Wehrmacht von seinem Lazarettstandort Winniza nach Proskurow berufen, um den deutschen Soldaten Baranowski auf seine Hinrichtung vorzubereiten. Sie soll in den frühen Morgenstunden stattfinden. Baranowski war wegen Fahnenflucht kriegsgerichtlich zum Tode verurteilt worden.

Es stellt sich heraus, dass der Leiter des Hinrichtungskommandos, Leutnant Ernst, ebenfalls ein Pfarrer ist. In der Nacht vor der Hinrichtung kommt es zu einer Begegnung zwischen dem Wehrmachtspfarrer und seinem Amtsbruder. Der ist in großer Gewissensnot:

„Lieber Herr Bruder…, was tun wir denn? Morgen früh soll ich sagen: Gebt Feuer! Sie haben den Delinquenten schön zurechtgeknetet, und ich gebe ihm dann vollends den Rest. Wir essen Hitlers Brot und singen Hitlers Lied.“

Der Wehrmachtspfarrer entgegnet:

„Sie bringen mich da in eine merkwürdige Lage. Oder nein: das Leben bringt mich in diese Lage. Ich soll Sie ermutigen, morgen früh zur Stelle zu sein. Ich soll Ihnen so etwas geben wie das gute Gewissen zu Ihrem argen Dienst. Was soll ich Ihnen sagen: wenn Sie, Bruder Ernst, es nicht tun, so hilft das dem Baranowski keinen Deut; der muss doch dran glauben, und Sie kostet’s das Offizierspatent oder mehr. Dürfen Sie das wollen? Im Effekt hieße das: ein menschlicher Offizier weniger in diesem düstren Krieg und ein unmenschlicher mehr; denn Ersatz, dass wissen Sie ja, Ersatz ist gleich gestellt, er ist billig wie Zuckerrüben. Oder soll ich Sie an einen gewissen Martin Luther erinnern, der schon vor vierhundert Jahren gefragt hat: ‚ob Kriegsleute in seligem Stand sein können’ und geantwortet hat: ‚Ja?“

Leutnant Ernst antwortet:

„Nun ja: Böses tun, um Böseres zu verhüten: ist es diese Melodie? Das Amt des Schwertes als das Amt der Ordnung. Aber was für eine Ordnung halten wir denn aufrecht mit unserem Krieg? Die Ordnung der Friedhöfe. Und den letzten Friedhof, den größten dann, den belegen wir selbst. Und wenn wir je doch übrigbleiben sollten, dann wird man uns fragen: Was habt Ihr getan? Und dann werden wir alle daherkommen und sagen: Wir, wir tragen keine Verantwortung, wir haben nur getan, was uns befohlen wurde. Ich sehe es schon im Geist, Herr Bruder, das ganze Heer der Beteuerer, der Händewäscher der Unschuld.“

Der Leser erhält damit Einblicke in die Doppelrolle des Militärgeistlichen, der einen zum Tode Verurteilten bis zur letzten Minute begleitet. Einerseits ist der Geistliche Seelsorger, spendet Trost und bereitet jemand im Auftrage Gottes auf das ewige Leben vor. Andererseits ist er Teil des militärischen Systems, handelt im Auftrag eines Wehrmachtsvorgesetzten und darf die Rechtmäßigkeit der Verurteilung und der Erschießung nicht in Frage stellen.

Die Reflexionen des Ich-Erzählers spiegeln diese Zerrissenheit wider und zeigen, dass man 1942 von den Verbrechen des NS-Regimes einschließlich der Judenverfolgung Kenntnis haben und sich nach dem Krieg nicht als unwissend herausreden konnte.

1954 erschien seine Erzählung „Das Brandopfer“. Sie thematisiert die Judenverfolgung während des Dritten Reichs anhand des Schicksals einer schlichten Frau namens Margarete Walker, die eine Metzgerei betreibt. Sie hat die Aufgabe bekommen, jeden Freitag von 13 bis 17 Uhr an die jüdischen Einwohner der Stadt Fleisch zu verkaufen. Während dieser Zeit dürfen andere Deutsche das Geschäft nicht betreten. Im Laufe der Zeit tauschen ihre jüdischen Kunden auf dem Einwickelpapier der Schlachterei Informationen aus, der Rabbiner betet im Laden mit den Anwesenden, was den Juden nicht mehr erlaubt ist.

Bei einem Bombenangriff bleibt sie in ihrem brennenden Haus, weil ja auch die jüdischen Menschen nicht das Recht haben, einen Luftschutzbunker aufzusuchen. Sie ist bereit, sich zu opfern. Nach einem Bombeneinschlag brennt das Haus, und ein jüdischer Kunde von ihr holt die Halbbewusstlose heraus und rettet sie.

Wir zitieren aus dem Schluss der Erzählung:

„Die Frage: ob da einer ist, der die furchtbare Schuld der Zeit aufrechnen könnte gegen das wilde Opfer einer Metzgersfrau, gegen diese Bereitschaft, die in den feurigen Ofen kriecht?

Aber der eine, der hier aufrechnen könnte, der wird sagen, dass ihm solche Opfer nicht gefallen, dass er nicht ‚Lust hat am Brandopfer’ und ‚am Fett der Gemästeten’ sondern am geängsteten Geist und am zerschlagenen Herzen. Und wir sagen – und das wird die Antwort sein: dass sie alle bewahrt sind zu anderem Dienst. In dem Brandmal freilich auf dem Gesicht der Frau soll es aufgerichtet bleiben, das Zeichen, und anders nicht zu lesen denn als ein Zeichen der Liebe, jener Liebe, welche die Welt erhält.“

Das in einfacher Sprache geschriebene Werk gilt bis heute als Beitrag zu Dialog und Versöhnung zwischen Juden und Christen. Albrecht Goes schildert hier wie auch in anderen Erzählungen unbekannte Helden, kleine Leute, die aber ihr Gewissen fragen, bevor sie etwas tun oder lassen. Mit alltäglichen Geschichten widerlegt er jene Schutzbehauptung, man habe von nichts gewusst, und wenn doch, nichts tun können.

Albrecht Goes erhielt 1978 dafür die Buber-Rosenzweig-Medaille.

Mit dem jüdischen Gelehrten Martin Buber verband ihn seit den 30er Jahren eine lebenslange Freundschaft. Als Martin Buber 1953 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, hielt ihm Albrecht Goes die Festrede.

 

Für Albrecht Goes stand die bleibende Erwählung Israels außer Frage. Er hat nie daran gezweifelt, dass Israel Gottes erste Liebe ist. Die Zerstörung des Tempels, der damit verbundene Exilstatus der Juden dienten ihm nie zu christlicher Selbstvergewisserung. Im Gegenteil, er schreibt:
„Ich kenne die sinistre Leitlinie der Judenfeindlichkeit, die sich durchzieht von Marcion über Chrysosthomus, Papst Innozenz III, Luther bis zum Schandpunkt der ‚Deggendorfer Gnad’, ja bis in einige Untertöne des Oberammergauer Passionsspiels.“

Und an anderer Stelle:

„Es gibt Daten, die man nicht ausradieren soll aus dem Gedächtnis der Nation: 1. April 1933, 10. November 1938. Es gibt Städtenamen, die man nicht vergessen darf: Theresienstadt, Warschau, Cholm, Auschwitz. Wer dies nicht so sieht, mit dem reden wir nicht. Man kann über viele Dinge in der Welt verschiedener Meinung sein und man soll dann die verschiedenen Meinungen ruhig und sorgfältig gegeneinander abwägen. Hierüber aber ist – im Deutschland von heute – keine Auseinandersetzung möglich: Antisemitismus ist keine Meinung, noch weniger eine Haltung, sondern eine Pest.“

Auch in seinem lyrischen Werk geht er immer wieder auf die Verbrechen ein, die von deutschen Menschen am europäischen Judentum begangen wurden.

Als Journalist arbeitete er u.a. auch für den Süddeutschen Rundfunk und schrieb Essays und literarische Portraits.

Er konzentriert - verdichtet – Wesentliches in wenige Sätze, so z.B. in seinem Gedicht Sieben Leben:

Sieben Leben möchte ich haben:
Eins dem Geiste ganz ergeben,

So dem Zeichen, so der Schrift.

Eins den Wäldern, den Gestirnen

Angelobt, dem großen Schweigen.

Nackt am Meer zu liegen eines,

Jetzt im weißen Schaum der Wellen,

Jetzt im Sand, im Dünengrase.

Eins für Mozart, für die milden,

Für die wilden Spiele eines.

Und für alles Erdenherzleid

Eines ganz, und ich habe –

Sieben Leben möchte ich haben! –

Hab ein einzig Leben nur.

Albrecht Goes hat seine Predigttätigkeit bis ins 65. Lebensjahr ausgeübt. Sie ist so sehr Bestandteil seines Lebenswerks, dass man ihn mit dem Titel eines „Dichterpfarrers“ etikettiert hat. Drei Predigtbände gehören zu seinem Gesamtwerk

Mit seinen Predigten möchte er die Menschen zum Hören des Wortes Gottes anleiten. Gottes Wort ist eine individuelle Lebensweisung, die auch die Korrektur eines falschen Lebenswegs einschließt. Wahre Freiheit fällt ineins mit jener Abhängigkeit von Gott, in der ein Mensch der Weisung Gottes für sein eigenes Leben gehorcht. Kommt es dazu, dass ein Mensch den Auftrag der Stunde als einen gottgegebenen Auftrag versteht, und zur Stelle ist, dann wird er auf den Weg geschickt.

Goes benutzt die Sprachbilder der Stunde, des Weges, der Straße und des Gehens für das Leben des von Gott in Anspruch genommenen Menschen. Der glaubende Mensch begreift sein Leben als das „ernste Glück“ eines ihm so und nicht anders gewiesenen individuellen Lebenswegs.

In diesem Sinne ist auch der von uns gewählte Spruch Albrecht Goes’ zu lesen: „Jeder Tag ist ein neuer Versuch Gottes mit uns“.

Gott ruft den Menschen in die Freiheit des Dienstes. Dies führt nicht zur Selbstentfremdung. Im Gegenteil: Erst im freien Dienst am Nächsten, der eine Antwort auf die Anrede Gottes ist, kommt der Mensch zu sich selbst und wird mit Leib und Seele ein ganzer Mensch. Immer wieder zitiert er eine Wendung Martin Bubers: „Du sollst dich nicht vorenthalten.“ Das gilt sowohl für die unmittelbare Umgebung eines Menschen als auch für den politischen Bereich.

Das Geheimnis des Segens Gottes ist nicht der vorzeigbare Erfolg im Sinne von Glück und materiellem Wohlstand. Das Geheimnis ist die Kraft der göttlichen Gegenwart, die dazu ermächtigt, unser Los als Gotteslos anzunehmen. Er predigt:

„So kann ein Mensch als ein Glückskind alle Türen dieser Welt aufschließen und alle Schätze einheimsen – und doch ist der Segen nicht über ihm,
und ein anderer liegt krebskrank und menschenverlassen im Hinterhaus und liegt doch nicht, wie der Unmut denkt, an einem ‚gottverlassenen Platz’, sondern nahe bei Gott, im Segen mitteninne und Frieden.“

Gesegnet ist derjenige Mensch, der sein in vieler Hinsicht unbegreifliches Leben als ein von Gott bejahtes Leben getrosten Mutes selbst zu bejahen vermag.

Und eine wesentliche Bestimmung der Predigt ist der Trost. Trost kann eine Predigt nach Goes nur vermitteln, wenn die Sorge des Predigers dem einzelnen Menschen gilt. Goes warnt davor, „den Menschen nur mehr zu verstehen als ein Stück Gesellschaft, ihn billig wie Kopfsalat an die Soziologie zu verkaufen, so dass man jede Betrachtung des Menschen als einer unverwechselbaren Einzelperson geringschätzt.“

Für Albrecht Goes war es wichtig, Leser im Westen und im Osten Deutschlands zu haben.

In der DDR sind seit 1955 die bedeutendsten belletristischen Werke von Albrecht Goes erschienen, und er wurde dort viel gelesen. Den Menschen dort waren seine Texte wichtig, weil in ihnen auf eine sonst in der DDR nicht bekannte Weise das jüdische Schicksal im 20. Jahrhundert zur Sprache kam. Die geistliche Dimension der Begegnung von Juden und Deutschen während des Dritten Reichs und danach wurde bei Albrecht Goes besprochen und gestaltet. Er wurde auch zu Lesungen in die DDR eingeladen, meist von evangelischen Kirchengemeinden.

Nach der Maueröffnung 1989 setzte er sich dafür ein, dass die PDS, die Partei des Demokratischen Sozialismus, am politischen Prozess beteiligt würde. So sehr er gegen die alte SED-Herrschaft war, forderte er nun eine Teilhabe der PDS. Das schien für ihn der angemessene Weg zu einem geeinten Deutschland zu sein.

Im Bewusstsein tiefer Verantwortung hat sich Albrecht Goes der Versöhnung zwischen Juden und Deutschen gestellt; und mit großem Ernst, verbunden mit Heiterkeit und Souveränität, hat er darauf bestanden, zwischen Ost und West zu vermitteln, hat er allen rassistischen, ideologischen und religiösen Verteufelungen, Verleumdungen und Verdächtigungen widerstanden und in jedem Menschen, auch in dem ihm feindlich Gesonnenen, im Fremden, Schwestern und Brüder gesehen.

Hochbetagt starb Albrecht Goes am 23. Februar 2000  und wurde in Stuttgart bestattet.

Eines seiner Gedichte ist auch seine Grabinschrift:
Mein bist du,

spricht der Tod

und will groß Meister sein.

Mir aber hat der Herr versprochen:
Du bist mein.

Sein Anliegen als Theologe und Prediger, als Vater und Sohn und als Erzähler fand er in den Kirchenliedversen von Paul Gerhardt am schönsten ausgedrückt. Und so veröffentlichte er anlässlich des 300. Todestags von Paul Gerhardt 1976 ein Buch mit dessen Liedern und beschrieb darin auch seine Erfahrungen mit den Texten dieses Dichters:
„In Einzelerfahrungen wollte ich mir bestätigen, was ich summarisch wusste seit eh und je: dreihundert Jahre sind mehr Zeit als unser Sinn sich erdenken kann. Aber wenn wir an die Lieder des Paul Gerhardt geraten, dann sind diese drei Jahrhunderte, als wären sie nicht. Die Griechen hatten ihren Homer. Die Italiener hatten, ihren Dante. Wir – haben wir so Goethe, Mörike, das Volkslied aus des ‚Knaben Wunderhorn’? Doch wohl nicht. Aber ‚Die güldne Sonne’, ‚Befiehl du deine Wege’, ‚Wir gehen dahin und wandern’: diese Strophen, entstanden am Ende des Dreißigjährigen Krieges, so viele Kriege überdauernd, sie sind, so dünkt uns, entnommen der vergehenden Zeit. Wir mögen den Wandel der Kirch-, Welt- und Geistesgeschichte bedenken; das kam und ging, das kommt und geht. Gerhardt war da und blieb da.“

3 Strophen seines Lieblingslieds singen wir gleich: „Ich hab in Gottes Herz und Sinn“. Es ist das einzige Gerhardtlied, das Johann Sebastian Bach für eine Choralkantate verwendet hat.

Hören wir dazu noch einmal Albrecht Goes:

„Alles, was ich als ein vom Vers Getroffener und nach dem Gedicht Verlangender, als Leiden und Freuden Erlebender Paul Gerhardt schulde – in den zwölf Strophen dieses Liedes finde ich seine Gaben ‚als in der Summa’. Dieses Lied wird uns nicht im Stich lassen, zu keiner Stunde. Man kann mit ihm leben – und sterben.“

Rolf Polle