Nachrichten und Berichte

 

In dieser Rubrik finden Sie Nachrichten, die die gesamte Gemeinde betreffen, Aktuelles, das im Gemeindebrief noch nicht veröffentlicht werden konnte, oder Entwicklungen, die wir für so wichtig halten, dass wir sie hier erwähnen.

Außerdem werden wir an dieser Stelle über Veranstaltungen berichten, die wir für so interessant halten, dass wir auch diejenigen teilhaben lassen möchten, die nicht selbst daran teilnehmen konnten.

 

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Feier der Goldenen Konfirmation in der Apostelkirche

Am 22. Juli 2017 haben 24 Frauen und Männer mit Angehörigen, Freund_innen und Gemeindegliedern zusammen in der Apostelkirche die Goldene Konfirmation gefeiert. Eingeladen waren alle, die vor etwa 50 Jahren konfirmiert worden sind.

Begonnen hat die Feier mit einem Gottesdienst, in dem Pastorin Nina Schumann noch einmal in Erinnerung gerufen hat, was die Konfirmation bedeutet und wie wichtig sie ist. Anschließend sind alle Jubilar_innen an den Altarraum getreten (siehe Foto) und haben von Pastorin Schumann und unserer Diakonin Karin Kluck einen persönlichen Segen zugesprochen bekommen.

Als Erinnerung an den Festtag gab es als Geschenk das Büchlein „Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten“ mit kleinen Geschichten zum Schmunzeln und Weiterzählen. Besonders schön war auch die musikalische Begleitung an Orgel und Klavier von Constanze Kowalski.

Beim anschließenden Empfang konnten sich alle Gäste anhand von Zeitungsausschnitten und Büchern aus der Mitte der Sechziger Jahre in das gesellschaftliche und politische Umfeld der Konfirmations-Jahre zurückversetzen lassen.

Jazz-Musik mit den Roten Cardinälen und ein opulentes Büfett rundeten die Feier ab. Die Mischung aus persönlicher Erinnerung – viele haben ihre „offiziellen“ Konfirmationsfotos mitgebracht – und dem Austausch mit Menschen, die in anderen Kirchen unserer Gemeinde (beispielsweise der Bethlehemkirche oder St. Stephanus) oder anderen Gemeinden und anderen Städten konfirmiert worden waren, machten die Feier lebendig und kurzweilig.

Einen langen Applaus bekamen Pastorin Nina Schumann und unsere Diakonin Karin Kluck für die liebevolle Organisation dieser Feier der Goldenen Konfirmation!

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Helmut-Frenz-Preis-Ausschreibung

Helmut-Frenz-Preis 2018

Der Ida Ehre Kulturverein und die ev.-luth. Kirchengemeinde Eimsbüttel schreiben zum dritten Mal den mit 3000 Euro dotierten Helmut-Frenz-Preis aus.

Der Preis richtet sich an Menschen und Organisationen, die der „Menschlichkeit ein mutiges Beispiel geben“. Bewerbungsschluss ist 20.Oktober 2017.

Weitere Informationen unter http://www.ida-ehre-kulturverein.de/content/helmut-frenz-preis/

 

 Ausschreibung des Helmut-Frenz-Preises 2018

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Fröhlicher Empfang zur Verabschiedung von Jan Kohrt

Im Anschluss an den Abschiedsgottesdienst für unseren Diakon Jan Kohrt gab es bei einem Empfang noch zahlreiche Geschenke und ausgiebige Würdigungen. Sehr beeindruckend war der Gesang eines Chores mit 17 Sängerinnen und Sängern, überwiegend haupt-, aber auch ehrenamtlich in unserer Gemeinde Arbeitender. Auch das Catering konnte sich sehen lassen. Und daran erfreuten sich alle Gäste im dicht gefüllten Gemeindesaal der Christuskirche

Für das FreiwilligenForum und die Gemeindenachmittage in der Apostelkirche ist jetzt unsere Diakonin Karin Kluck verantwortlich. Alles Weitere ergibt sich nach der Wiederbesetzung der freigewordenen Stelle.

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Diakon Jan Kohrt verlässt unsere Gemeinde

In einem feierlichen Gottesdienst ist unser Diakon Jan Kohrt nach 38 Dienstjahren am Sonntag, dem 21. Mai 2017, in der Christuskirche entpflichtet und in die passive Altersteilzeit entlassen worden. Sehr viele ehemalige Weggefährtinnen und -gefährten sind ihm zu Ehren gekommen, um ihn noch einmal zu würdigen, die große Vielfalt seines Engagements aufzufächern und zu betonen, welch große Lücke er hinterlässt.

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Kalenderblatt

Am 9. Mai 1921 ist Sophie Scholl in Forchtenberg (Baden-Württemberg) geboren, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Linkes Chorfenster, oben.

Sophie Scholl und ihre vier Geschwister wuchsen in einem liberalen Elternhaus und mit christlichen Werten auf. Ihre Mutter war bis zur Heirat Diakonisse. Die ersten zwölf Jahre lebte Sophie Scholl in dem kleinen Ort Forchtenberg. Dann, im Jahr der Machtergreifung Hitlers, zog die Familie nach Ulm. Während der Vater von Anfang an dem Nazi-Regime ablehnend gegenüber stand, traten alle Kinder der Hitlerjugend bei. Die anfängliche Begeisterung hält aber nicht lange an. Sophie beobachtet bei ihrem Bruder Hans, dass er vom leidenschaftlichen Anhänger zum Hitler-Gegner wird. Auch Gespräche mit dem Vater haben ihre Wirkung.

1940 besteht Sophie Scholl ihr Abitur, 1942 zieht sie nach München, um ihr Studium zu beginnen. Dort studiert bereits Bruder Hans, der sich zwischenzeitlich zum aktiven Widerständler entwickelt hat und mit Freunden zusammen Aufrufe gegen das Naziregime verbreitet. Dieser Gruppe, der „Weißen Rose“ schließt sich auch Sophie an. Nach den biblischen Worten „Seid Täter des Wortes – nicht Hörer allein“ übernimmt sie Kurierdienste, damit die Flugblätter auch in anderen Städten verteilt werden können. Natürlich wissen die Mitglieder der „Weißen Rose“, dass sie jederzeit verhaftet werden können. Aber Sophie vertritt den Standpunkt „Es fallen so viele Menschen für dieses Regime, es wird Zeit, dass jemand dagegen fällt.“

Bei einer Verteilaktion im Februar 1943 werden Sophie und Hans Scholl in der Münchner Universität entdeckt und sofort verhaftet. Beide werden zum Tode verurteilt und zusammen mit ihrem Freund Christoph Probst am 22. Februar 1943 hingerichtet.

 

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Kalenderblatt

Am 9. April 1945 ist Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg umgebracht worden, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Linkes Chorfenster, unten.

Dietrich Bonhoeffer war evangelischer Theologe. Er ist 1906 als sechstes von acht Kindern in Breslau geboren. Sein Vater war Psychiater und Neurologe. 1912 zog die Familie nach Berlin, weil Karl Bonhoeffer einen Ruf an die Friedrich-Wilhelms-Universität angenommen hatte. Die Mutter, eine Enkelin des evangelischen Theologen Karl von Hase, kümmerte sich um die Erziehung der Kinder und unterrichtete diese in den ersten Jahren auch zuhause.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs setzte ich Dietrich mit Fragen nach Tod und Ewigkeit auseinander, nachdem einer seiner Brüder als Soldat gestorben war.

 Dietrich Bonhoeffer hat in Berlin Evangelische Theologie studiert, promoviert und sich bereits mit 24 Jahren habilitiert. Nach einigen Auslandsaufenthalten wurde er Privatdozent für Evangelische Theologie in Berlin und arbeitete bei der Vorgängerorganisation des Ökumenischen Rates der Kirchen. Ab April 1933 nahm Bonhoeffer öffentlich Stellung gegen die nationalsozialistische Ideologie und die Judenverfolgung und engagierte sich gegen die „Deutschen Christen“ (eine rassistische, antisemitische und am Führerprinzip orientierte Strömung im deutschen Protestantismus, die diesen an die Ideologie des Nationalsozialismus angleichen wollte) und gegen den Arierparagraphen. Dietrich Bonhoeffer ist Mitbegründer der „Bekennenden Kirche“ und des „Pfarrernotbundes“, einer christlichen Widerstandsgemeinschaft gegen die nationalsozialistische Herrschaft.

Ab 1935 leitete Bonhoeffer das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde, etwa ab 1938 schloss er sich dem Widerstand um Wilhelm Franz Canaris an. Er erhielt zunächst Rede- und 1941 auch Schreibverbot und wurde im April 1943 verhaftet. Zwei Jahre später wurde er – einen Monat vor der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht - auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers gemeinsam mit anderen Widerstandskämpfern im Konzentrationslager Flossenbürg umgebracht.

 

 
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Kalenderblatt

Am 29. März 1893 ist Anna Paulsen in Hoirup/Nordschleswig geboren, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Rechtes Chorfenster, Zweite von oben.

Die evangelische Theologin Anna Paulsen gilt als Vorreiterin von Frauen, die in das damals noch ausschließlich Männern vorbehaltene Pfarramt strebten. Ebenso gilt sie als Wegbereiterin für Frauen, die wissenschaftliche Forschung betreiben möchten. So gehört sie zu den ersten promovierten Theologinnen Deutschlands, die 1924 den Doktortitel erhielt.

Anna Paulsen wächst als älteste von vier Töchtern in einer Pastorenfamilie auf. Schon als Jugendliche diskutiert sie mit ihrem Vater theologische und weltanschauliche Fragen. Besonderes Interesse gilt dem protestantischen Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard.

Zunächst absolviert sie eine Lehrerinnenausbildung, anschließend studiert sie Theologie. 1916 beginnt Anna Paulsen in Kiel mit dem Studium der Fächer Deutsch, Geschichte und Religion für das höhere Lehramt, schließt aber das Vollstudium der evangelischen Theologie mit der Promotion ab. Um die Promotion zu finanzieren, bildet Anna Paulsen in einjährigen Kursen Katechetinnen für den kirchlichen Dienst aus, eine Vorform der späteren Gemeindehelferinnen.

Anna Paulsen spricht sich für ein öffentliches Auftreten und Handeln von Frauen aus. 1935 erscheint unter dem Titel „Mutter und Magd – Das biblische Wort über die Frau“ ihr erstes Buch zu diesem Themenkomplex.

Während der Zeit des Nationalsozialismus übt sie Kritik an der Mutterideologie der Nazis. Sie schließt sich der „Bekennenden Kirche“ in der Gemeinde von Martin Niemöller an, streitet für die Ordination von Theologinnen und setzt sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Vikarinnen ein.

1951 wird ihr die Leitung des Frauenreferats der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) übertragen. Es geht um die Entwicklung von Richtlinien für Ämter der Frau in der Kirche im Allgemeinen und um den Dienst der Theologin im Besonderen. In dieser Zeit veröffentlicht sie auch Bücher zum Thema „Der Dienst der Frau in den Ämtern der Kirche“.

1958 geht Anna Paulsen in den Ruhestand. 1981 stirbt sie mit 87 Jahren in einem Pflegeheim in Heide/Schleswig.

 
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Kalenderblatt

Am 8. März 1864 ist Mathilda Wrede in Vaasa, Finnland, geboren, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Mittleres Chorfenster, unten.

Mathilda Wrede kam als jüngstes Kind des Gouverneurs der Provinz Vaasa zur Welt, ihre Mutter starb am Weihnachtstag 1864, als Mathilda erst neun Monate alt war.  Mathilda wuchs mit zwei älteren Schwestern auf: der 16 Jahre älteren Helena und der sechs Jahre älteren Johanna. Helena übernahm als Älteste die Erziehung der jüngeren Geschwister. In dem finnisch-schwedischen Aristokratenhaushalt waren auch Bedienstete, Kindermädchen und andere beschäftigt, die den Haushalt am Laufen hielten.

Als Mathilda 18 Jahre alt war, ging es ihr nicht gut. Sie war deprimiert und litt unter Kopfschmerzen. In der Zeit besuchte sie Veranstaltungen des „Schwedischen Missionsbundes“ und wurde durch ein spirituelles Erlebnis bekehrt. Sie verbrachte ihre Zeit nun vor allem mit Bibellesen – und ihre Gesundheit besserte sich.

Neben den angestellten Bediensteten arbeiteten auf dem Hof von Mathildas Vater immer Häftlinge. Mit einem dieser Gefangenen kam Mathilda ins Gespräch über Glaubensfragen. Und sie wurde gefragt, ob sie nicht auch ins Gefängnis kommen könne, um mit den anderen Häftlingen diese Fragen zu besprechen. Nach anfänglicher Verwunderung fragte sie ihren Vater, der als Gouverneur die Erlaubnis dafür geben musste. An der Seite eines Wachmanns begann sie also mit der Missionierung der Gefangenen. Im Laufe der Jahre durfte sie die Glaubensbotschaft auch in anderen Gefängnissen verbreiten.

Je mehr Gefängnisse sie kennenlernte, umso klarer wurde ihr, dass sie ihren Einfluss auch geltend machen musste, um sich für bessere Haftbedingungen einzusetzen. Vor allem die medizinische Versorgung der Insassen war mangelhaft. Das Gewicht ihres Engagements verlagerte sich: Die religiöse Botschaft trat in den Hintergrund, dafür suchte sie verstärkt Kontakt zu politischen Gefangenen und unterstützte deren Forderungen nach Reformen. Einen Skandal verursachte sie durch die Weitergabe von Informationen über die Haftbedingungen an die Öffentlichkeit.

Später, während des Russischen Bürgerkriegs, versuchte Mathilda Wrede, die Lage der Kriegsgegangenen und Flüchtlinge zu verbessern. Sie starb am 25. Dezember 1928 in Helsinki.

 
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Am 26. Februar 1808 ist Elise Averdieck in Hamburg geboren, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Rechtes Chorfenster, Zweite von unten.

Elise Averdieck war Gründerin des Kranken- und Diakonissenmutterhauses Bethesda in Hamburg, Schulleiterin und Schriftstellerin. Sie wurde als zweites von zwölf Kindern eines wohlhabenden Kaufmanns geboren. Nachdem sie bereits lesen und schreiben gelernt hat, begann mit zehn Jahren ihr Unterricht bei dem Pfarrer Johann Wilhelm Rautenberg. Nach ihrer Konfirmation 1823 verließ Elise Averdieck die Schule, um ihrer Mutter bei der Versorgung des großen Haushalts zu helfen. Allerdings merkte sie, dass ihr ein Hausfrauendasein als Lebensaufgabe bei Weitem nicht genügte.  Mit 21 verfasste sie folgende Zeilen: „Ein jeder Mensch, er sei Mann oder Weib, lerne so viel und so lange er kann, zu viel lernt man nie…Das Weib hat eine schöne, herrliche Bestimmung…und die ist nicht allein, den Hausstand zu führen…Warum haben ferner die Männer ein Vorrecht, mehr lernen zu dürfen als die Frauen?“ 1837 eröffnete sie in St. Georg, ein damals wenig angesehener Stadtteil, eine Vorschule für Knaben. Außerdem übernahm sie in der St. Georger Sonntagsschule Rautenbergs die Mädchenabteilung.

Elise Averdieck arbeitete ab 1856 nicht mehr als Lehrerin, sondern zusammen mit Amalie Sieveking im „Frauenverein für Armen- und Krankenpflege“, gründete das evangelische Krankenhaus Bethesda und wenig später ein Diakonissen-Mutterhaus. Bethesda wurde 1860 offiziell Ausbildungsstätte für christliche Krankenpflegerinnen. Averdieck wurde Vorsteherin und blieb es bis 1881.

Elise Averdieck wird auch in der Ausstellung „…von gar nicht abschätzbarer Bedeutung_ - Frauen schreiben Reformationsgeschichte“ vorgestellt. Im Ausstellungskatalog heißt es über sie: „Sie verband Realitätssinn und tiefe Religiosität mit dem Dienst an den Nächsten – ob es Kinder, Arme, Sieche und Kranke waren. Sie setzte dabei ihr großes organisatorisches Talent zur Gründung von Ausbildungseinrichtungen, wie des ersten Diakonissenmutterhauses in Hamburg und später in Braunschweig, ein. Zu dienen blieb für Elise Averdieck weibliche Bestimmung. Dennoch waren für sie Selbstständigkeit, Bildung, Professionalität und Berufstätigkeit von Frauen dazu kein Widerspruch. Sie selbst lebte diese Überzeugung in den Formen des bürgerlichen Lebens, das sie geprägt hatte. Averdieck starb am 4. November 1907 im Alter von 99 Jahren.“

 
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Am 19. Februar 1907 ist Rudolf von Beckerath in München geboren. Er stammte aus einem künstlerischen Haus. Der Vater war Maler, die Mutter Pianistin. In seinem Geburtsjahr siedelten die Eltern nach Hamburg über, wo Rudolf von Beckerath aufwuchs und zunächst Maschinenbauingenieur werden wollte. Nachdem er einige norddeutsche Orgeln kennengelernt hat, vor allem die von Arp Schnittger, beschloss er, Orgelbauer zu werden.

Die große Orgel der Christuskirche wurde 1956 von der Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertraltirem sind mechanisch.

Nach ca. 2 ½-jähriger Ausbildung ging Rudolf von Beckerath zunächst für ein Jahr nach Kopenhagen und baute anschließend in Paris eine Firma auf. Über seine Aufgaben schrieb er folgendes: „Die Fabrikation von Labial- und Zungenstimmen, die vorher von auswärts bezogen wurden, wurde von mir neu eingerichtet, eine Schlosserwerkstatt angegliedert und verbesserte Arbeitsmethoden eingeführt. Daneben selbstständiges Wirken in Entwurf und Konstruktion.“ 1936 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als freiberuflicher Sachberater für Orgelbau in Hamburg: Planung, Konstruktion und Bauleitung bei Neu-, Umbau- und Wiederherstellungsarbeiten von Orgelwerken gehörte zu seinen Aufgaben. 1949 gründete Rudolf von Beckerath seine eigene Firma. Die erste große Orgel, die er baute, war für die Hamburger Musikhalle und hatte 59 Register, 4 Manuale, Schleifladen und mechanische Spieltraktur war 1951 ein aufsehenerregender Neubau.

Beckerath-Orgeln stehen heute an vielen Orten: Hawaii, Sydney, Montreal, Tokyo, Bombay und in Hamburg-Eimsbüttel.

 
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Am 3. Februar 1909 ist Simone Weil in Paris geboren, eine der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Mittleres Chorfenster, oben.

Simone Weil wuchs in einer großbürgerlichen jüdischen Familie in Paris auf, ihr Vater war Internist. Sie hatte eine außergewöhnliche sprachliche Begabung. Mit vier Jahren konnte sie schon lesen. Körperlich war sie nicht sehr widerstandsfähig, häufig krank und überempfindlich.

Simone Weil studierte Moral- und Religionsphilosophie, beschäftigte sich intensiv mit Platon, Spinoza, Descartes, Kant und Marx. Vor allem Begriffe wie Arbeit, Zeit und Gerechtigkeit interessierten sie. Philosophie und politische Theorie verbanden sich für sie mit der Realität sozialer Probleme.

Schon während ihrer Tätigkeit als Philosophielehrerin 1931 teilte sie ihr Gehalt mit Arbeitslosen. 1934 beantragte Simone Weil ein unterrichtsfreies Jahr. Sie arbeitete als ungelernte Fabrikarbeiterin, um die Lebensbedingungen der Arbeiter kennenzulernen. In der Elektrofabrik Alsthom in Paris arbeitete sie an der Presse und am Ofen. Die Akkordbedingungen waren körperlich anstrengend. Außerdem musste sie ohrenbetäubenden Lärm ertragen. Wegen einer Handverletzung wurde sie 1935 arbeitslos. Zeitweilige Anstellungen, Arbeitslosigkeit, Geldmangel und Hunger bestimmten zu der Zeit ihr Leben.

Ab 1936 traten religiöse Fragen in den Vordergrund, zuvor war sie agnostisch eingestellt. Sie reiste nach Italien und nahm an der Pfingstmesse im Petersdom teil. Der Katholizismus bedeutete ihr immer mehr. Sie wollte allerdings nicht in die Kirche eintreten. Sie vermisste den intensiven Einsatz für soziale und geistige Reformen.

Wegen der deutschen Besatzung Frankreichs musste Weil fliehen und kam nach England. Versuche, sich dem Widerstand anzuschließen, scheiterten. Sie war krank, hatte kein Einkommen und starb mit 34 Jahren an Hunger und Herzinsuffizienz infolge einer Tuberkulose.

 
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„7 Wochen für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte“

Dieses Motto wird uns (auch) in diesem Jahr durch die Passionszeit begleiten.

Passion heißt Leiden, und in den 7 Wochen vor Ostern erinnern wir uns an das Leiden und Sterben von Jesus Christus, und schauen nicht weg, wo anderen Unrecht und Leid geschieht.

Überall auf der Welt leiden viele Menschen unter der Verletzung der elementarsten Menschenrechte. Wir wollen ihr Schicksal nicht dem Vergessen überlassen. Mit einem vorbereiteten Petitionsbrief können wir uns für sie einsetzen: „Für uns ist es nur ein Brief, für sie das Überleben.“ Diese Erfahrung prägt die Arbeit von amnesty international. An den Sonntagen der Passionszeit (5.3.-9.4.2017) werden wir Pastor_innen ihnen im Gottesdienst einen von amnesty international vorbereiteten Petitionsbrief vorstellen und im Anschluss an sie verteilen. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung dieser wichtigen Aktion.

 
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Am 15. Januar 1929 ist Martin Luther King jr. in Atlanta geboren, einer der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Linkes Chorfenster, Zweiter von unten.

Martin Luther King war Baptistenprediger in den USA und Bürgerrechtler. Eng verbunden mit seinem Namen ist die Bürgerrechtsbewegung „Civil Rights Movement“, die zwischen Mitte der 1950er und Mitte der 1960er Jahre gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit in den USA gekämpft hat. Diese Bewegung war so stark und konnte so viele Menschen mobilisieren, dass durch ihr Engagement die Rassentrennung aufgehoben und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten eingeführt wurde. Der Höhepunkt ereignete sich bei der friedlichen Demonstration am 28. August 1963, an der mehr als 250 000 Menschen teilnahmen, darunter 60 000 Weiße. Bei diesem Marsch auf Washington hielt Martin Luther King seine berühmte Rede „I have a dream“.

Martin Luther King erhielt wegen seines Engagements für soziale Gerechtigkeit 1964 den Friedensnobelpreis.

Ursprünglich hießen King Vater und Sohn Michael mit Vornamen. Nach einer Europareise 1934, die auch nach Deutschland führte, änderte der Vater seinen Namen und den Namen seines Sohnes zu Ehren von Martin Luther.

Martin Luther King jr.‘s Vater war Prediger der baptistischen Ebenezer-Gemeinde in Atlanta. Obwohl der Sohn nie Prediger werden wollte, wurde er während seines Studiums Hilfsprediger seines Vaters. Er merkte schnell, dass er ein begnadeter Redner war und ließ sich überzeugen, nach einem Soziologie- noch ein Theologiestudium zu absolvieren. 1954 wurde er Pastor in Montgomery, Alabama, hat sich aber immer auch mit Gesellschaftstheorien beschäftigt und im Laufe der Jahre immer mehr Zeit und Kraft in die Bürgerrechtsbewegung investiert. Es gab Spannungen und Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bewegung und Anfeindungen von außen. Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King jr. von einem Rassisten erschossen.

 
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Am 14. Januar 1875 ist Albert Schweitzer in Kaysersberg im Oberelsass bei Colmar geboren, einer der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Mittleres Chorfenster, Zweiter von unten.

Albert Schweitzer war Arzt, evangelischer Theologe, Philosoph und Organist. Bekannt ist er vor allem durch die Gründung eines Krankenhauses in Lambarene im zentralafrikanischen Gabun.

Dr. phil. wurde Albert Schweitzer mit einer Dissertation über „Die Religionsphilosophie Kants von der Kritik der reinen Vernunft bis zur Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“. Anschließend schrieb er noch eine theologische Dissertation: „Kritische Darstellung unterschiedlicher neuerer historischer Abendmahlsauffassungen“. Im Jahr darauf, 1902, folgte die Habilitation. Schweitzer wurde Dozent für Theologie an der Universität Straßburg. In den Jahren 1905 bis 1913 folgte das Medizin-Studium mit dem Ziel, Missionsarzt in Französisch-Äquatorialafrika zu werden. „Die psychiatrische Beurteilung Jesu: Darstellung und Kritik.“ war das Thema seiner medizinischen Doktorarbeit.

1913 realisierte Albert Schweitzer seinen Plan und gründete im Urwald von Gabun, das damals zu Äquatorialafrika gehörte, ein Hospital. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden er und seine Frau, eine Lehrerin, von der französischen Armee unter Hausarrest gestellt, weil sie die deutsche Staatsangehörigkeit hatten. 1917 wurde das Ehepaar festgenommen, nach Frankreich gebracht und interniert. 1924 kehrten die beiden nach Afrika zurück, um das Hospital in Lambarene auszubauen.

Einerseits wurde Albert Schweitzer hoch geehrt – 1952 wurde ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt. Andererseits warf man ihm rassistische, paternalistische und pro-kolonialistische Einstellungen vor.

Wahr ist, dass sich der Kirchenvorstand der Apostelkirche dafür ausgesprochen hat, den Theologen und Mediziner in die Fenster mit modernen Aposteln aufzunehmen.                                  

 
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Am 4. Januar 1898 ist Hermann Stöhr in Stettin geboren, einer der neuen Apostel im Altarraum der Apostelkirche. - Linkes Chorfenster, unten.

Für den Ersten Weltkrieg hat sich Hermann Stöhr noch als Freiwilliger gemeldet. Danach wurde er Pazifist. Er protestierte früh gegen das nationalsozialistische Regime und wandte sich schon 1933 gegen den Boykott-Aufruf jüdischer Geschäfte und die Beflaggung von Kirchen mit Hakenkreuzfahnen. Sein konsequenter Pazifismus brachte ihm nicht nur Konflikte mit den Nazis, sondern immer wieder auch Probleme innerhalb der evangelischen Kirche.

Hermann Stöhr hat Volkswirtschaft, öffentliches Recht und Sozialpolitik studiert und in Politikwissenschaft über Hilfsmaßnahmen für Hungernde in vielen Ländern promoviert. Sein großes Lebensthema ist die Überwindung nationaler und sozialer Schranken im Geiste christlicher Einheit. In diesem Sinn arbeitet er unter anderem im Versöhnungsbund, einer Vereinigung von Protestanten, Katholiken und Konfessionslosen, die sich mit Kriegsdienstverweigerung, sozialer Not und den Zusammenhängen zwischen dem Elend in der 3. Welt und dem Reichtum der Kolonialvölker befasst.

Wegen seiner konsequenten Haltung als Pazifist bekommt er ab 1931 keine feste Anstellung mehr. Weder der Staat noch die Kirche akzeptieren ihn.

Im Frühjahr 1939 wird Stöhr zur Kriegsmarine einberufen, verweigert aber aus Gewissensgründen den Kriegsdienst. Weil er zwei Einberufungsbefehlen nicht nachkam wurde er verhaftet und zunächst wegen Fahnenflucht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Aufgrund seiner Eidesverweigerung verurteilte ihn das Reichskriegsgericht 1940 wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode. Das Urteil wurde im darauffolgenden Juni in Berlin-Plötzensee durch Enthauptung vollstreckt.

 
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